Niedlich sieht sie aus in ihrem Ganzkörper Schlafanzug mit dem niedlichen bunten Tierprint, wie sie sich unermüdlich am Schrank hochzieht und fröhlich "Dudeydudeydu!" kreischt... blöd nur, daß es bereits nach 12 ist und man eigentlich denkt, spätestens ab zehn Uhr abends wäre geheiligte Elternzeit. Näääääää! Nicht bei uns! Bei allen anderen vielleicht, aber nicht hier! Klar, es könnte ne Phase sein... laut dem schlauen Buch "Oje ich wachse" (Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij - die Namen musste ich jetzt auch zehnmal neu tippen, stöhn) wären das jetzt aber insgesamt zwei Phasen am Stück. Kann das sein? Hat unser Baby vielleicht schon Teenagerzeit? Denn schlafen tut sie dann bis mindestens zehn, sie hat auch schonmal 12 geschafft...
Vorzeitig aufgeweckt bringt sie einem nur den ganzen Tag miese Laune, um dann mit gefühltem Stinkefinger trotzdem so lange wach zu bleiben. Und was ist eigentlich mit dem Mittagsschläfchen? Das verteilt sie in zwei halbstündige Sitzungen... Ob man so ein Baby wohl wieder im Krankenhaus abgeben kann? Wenigstens für ein paar Wochen? Meine Mutter meinte nur lakonisch - "Ach wir haben euch ins Bett gesteckt, da habt ihr dann bis 12 gebrüllt..." Gut, so kann man's auch machen... aber ob das dann wirklich einfacher ist als Stunde um Stunde hinter dem Duracell Häschen herzuhechten, um die Kater zu retten, die mit manischer Ausdauer und prinzessinenhaftem Gekicher verfolgt werden? Ey Leute, mal im Ernst: wie machen es all die anderen? Wie haben es die Supermuttis hingekriegt, daß ihre Kinder immer zur selben Zeit ins Koma fallen nach maximal ner halben Stunde Bespaßung? Manchmal geh ich innerlich eine Liste durch (abendliches Ritual - check. dieselbe Uhrzeit - check. nicht zu lange schlafen lassen - check. - usw. usf.) und finde den Fehler nicht wie bei diesen bescheuerten Suchbildern, da war ich schon immer zu ungeduldig für. Also, wer die Erleuchtung hat, bitte bitte melden!!
big j - 18. Sep, 09:06
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Eigentlich müsste die Frage ja lauten "Stillst du ETWA noch?" Mit mindestens drei Fragezeichen. Oder gleich vier, wir wollen ja nicht zu geizig erscheinen. Meine Tochter ist 9 Monate alt und ja, ich stille noch... und? Bin ich jetzt pervers? Oder schlichtweg eine Glucke von der üblen Sorte? Warum fragt da jeder mit so einem gewissen Etwas im Unterton nach, ob man noch stillt? Ok die meisten Mütter stillen mit 7 oder 8 Monaten endgültig ab, aber dann muss das wohl auch klappen mit dem richtigen Essen... und das ist bei uns bestfalls tagesformabhängig. Aber das Thema möchte ich an der Stelle raushalten, denn selbst wenn die Terrornudel "gescheit" essen würde, würde ich noch stillen. Warum? Die Frage sollte doch eher heißen, warum nicht?!
Stillen ist für mich nichts furchtbares, ich werde nicht ausgezehrt davon oder habe das Gefühl, mein Baby zu einem sexuell gestörten Wesen zu machen. Ach ja, ich glaube sogar, diejenigen, die ständig an die sexuelle Komponente denken, haben eine Störung - nicht anders herum. Ist Stillen nicht angeblich das Natürlichste der Welt? Sagt sogar der Claus Hipp... der muß es ja wissen, ne. Also, wenn Stillen für Mutter und Kind wunderbar klappt und dem Kind eine Geborgenheit und Sicherheit vermittelt, wieso muß man es ihm dann auf den subtilen Druck der Gesellschaft hin nehmen? Wie lange ist stillen gerade noch mit einem leisen Erstaunen akzeptabel und ab wann bekommen die Frager große Augen und einen spitzen Unterton? "STILLST du etwa noch?????" Ich werde sogar gefragt, wie lang ich das denn noch vorhabe. Das mag ich sowieso ganz besonders gern, mit Baby hat man nichts vor, es passiert einfach eh nicht nach Plan...
big j - 11. Sep, 10:25
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Und wieder einer dieser Morgen, an denen ich aus dem Bett vertrieben wurde... manchmal geht's einfach nicht anders, der Papa schnarcht (und klingt dabei wie ein Ghoul, echt gruselig) und die Terrormaus versucht instinktiv, erste Territorialansprüche zu erheben (nur daß es besagten Ghoul überhaupt nicht stört, aber von dem hat sie es mit Sicherheit auch geerbt, denn solche Attitüden hat er auch - man traut sich nur eher, sie mit einem gezielten Knietritt oder Nasenzuhalter zu verteidigen). Dabei kann es doch so schön sein, auf 1,40m zu dritt zu kuscheln... also, theoretisch zumindest. (Übrigens der Hauptgrund für den Ikeabesuch, ein größeres Bett muss her - und nein, kein Kinderbett, die Terrormaus schläft da sowieso nicht drin).
Als die Süße noch kleiner war, oder besser eine weitere Unterkategorie einfügen... ganz zu Anfang ihres Lebens schlief sie nur auf Mama oder Papa, was wir heroischerweise circa zwei Monate konsequent durchgehalten haben. Das war zwar einerseits schön, bändigte es doch tatsächlich den Papa beim Herumwälzen, andererseits führte es neben Rückenproblemen auch dazu, daß immer gleich alle drei wach waren. Nachdem ab dem dritten Monat das Stillen im Bett funktionierte, schlief die Terrormaus doch tatsächlich brav neben mir und kuschelte sich in niedlichster Erdmännchenmanier an meinen Arm oder Busen. (Wen es interessiert, die beste Schlafstellung ist, wenn man seitlich liegt und den Arm auf dem Kissen anwinkelt, damit das mini me möglichst nah liegen kann... optionales Kuscheln, Stillen oder Umdrehen inbegriffen). Ab dem Zeitpunkt, das ist keine Übertreibung, hat es mit dem regelmäßigen Nachtschlaf auch geklappt - wobei Durchschlafen heißt, mehrfach trinken zu müssen, aber daran kann sich frau ja gewöhnen und mann schläft sowieso bei fast jedem Kreischlevel weiter.
Nicht so cool bei der Familienbettsache ist, daß man ständig (ok, anfangs ist es ständig, später dann aber immernoch hartnäckig in unregelmäßigen Abständen) entsetzte Fragen beantworten muss diesbezüglich... ganz schlimm die Großeltern "Oh Gott, das begünstigt doch den plötzlichen Kindstod..." / "Ja klemmt die sich nicht den Kopf in eurem Gitterbett ein..." / "Und was ist mit der trauten Zweisamkeit..." / usw. oder schlichtweg das etwas hochnäsig pseudoerziehungswissenschaftliche "Ihr wisst aber schon daß ihr sie dann nie wieder aus eurem Bett rauskriegt" / "...schrecklich verwöhnt" / "...schrecklich verzieht". Boah nee, ne! Echt jetzt? Leeeute! Als ob man ernsthaft Leib und Leben gefährden würde, geschweige denn den wohlfeilen Charakter des wertvollen Nachwuchses. Ganz pragmatisch gesagt hat die Maus noch nie irgendwo alleine gelegen, gesessen, geschlafen... aber nicht, weil ich als Superglucke es so geil finde, sondern weil sie sich mit Händen und Füßen (und vor allem dem Schreiorgan) dagegen gewehrt hat. Und ganz ehrlich, das ist auch ihr gutes Recht.
Wie perfide von unserer Gesellschaft, unseren Babys, die doch gerade geboren wurden und die nichts weiter wollen, als bei ihren Vertrauten zu sein, Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen anerziehen zu wollen. "Laß sie doch schreien!" / "Jetzt hast du sie schon so verwöhnt, jetzt kannst du es auch nicht mehr rückgängig machen." Ja wirklich, solche Argumente gibts noch, die sind nicht ausgestorben. Und die kommen von allen möglichen Seiten, nicht nur von der 50+ Fraktion. Aber daß sich alle ständig einmischen ist dann wieder ein anderes Thema...
Übrigens, sehr empfehlenswert ist das Buch "In Liebe wachsen" von Carlos Ródriguez (La Leche Liga), geschrieben aus Sicht der Kinder. Das Familienbett ist natürlich auch dabei...
big j - 2. Sep, 08:05
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