Familie

Mittwoch, 4. September 2013

Die Schwägerin macht alles besser

In meinem Fall ist's die Schwägerin, aber ich kann mir vorstellen, daß jede/r im Bekannten- und Verwandtenkreis so eine Supermutti hat, die nicht nur ungewollt Ratschläge erteilt (auch auf Erzählungen, die dann irgendwie in eine Art Erklärbär - Stunde enden) sondern auch alles besser macht, OBWOHL in ihrem Fall alles NOCH SCHLIMMER ist. "Was, dein Kind hasst Autofahren und du überlegst dir, ob du doch nicht in den Urlaub fährst? Also meeeine Kinder waren viiiel schlimmer aber ich bin trotzdem gefahren, man muß ja Prioritäten setzen..." Irgendwie ist es unmöglich, einfach nur etwas zu sagen, ohne gleich verglichen zu werden und automatisch megamäßig abzukacken. (Abgesehen davon, daß einen die Schwiegermutti auch noch mit der Supermutti vergleicht und man dann doppelt das Fett wegkriegt.)

Mal im Ernst, wer, oder sollte ich sagen, welcher Kinderquäler fährt denn freiwillig 5 Stunden mit dem Auto in den vermeintlichen Urlaub, wenn das Kind versucht, die Dezibel eines Flugsauriers zu toppen, so übel zu weinen, daß es halb kotzen muss und sich gegen den Anschnallgurt zu werfen, als sei er eine Zwangsjacke? Na klar, die Schwägerin, bei der es scheinbar ja noch zehnmal schlimmer zugeht, man muß ja Prioritäten setzen. So ein Baby muß das lernen, der Mama ist der Urlaub eben wichtiger als sein Wohlbefinden... Klar, man kann den Nachwuchs nicht vor allen Erfahrungen schützen und irgendwie muss er ja auch lernen, aber doch nicht, indem man ihn mit dem Holzhammer dressiert. Oder bin ich doch schief gewickelt...? Tut mir leid aber nach 5 Minuten bin ich so schweißgebadet, das kann kein Urlaubsort mit Supererholfaktor wieder ausgleichen...
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Donnerstag, 29. August 2013

Großeltern und das Recht auf Umgang

Weiß nicht, wie ihr das seht... bei uns gibt es immer regelmäßige Debatten zu dem Thema. Die Großeltern wohnen weiter weg und laden sich spätestens jeden zweiten Monat selber ein, sodaß man eigentlich nurnoch die Möglichkeit hat, grob ein Datum vorzuschlagen. Aus den besprochenen ein, zwei Tagen werden dann auf einmal vier... und bei uns bricht der Grabenkrieg aus. Interessant dabei die Argumente des Papas; die Großeltern haben natürlich ein Recht, ihre Enkel jederzeit zu sehen und auch den Zeitpunkt zu bestimmen, man könne ihnen doch keine Steine in den Weg legen. Die Gesetzeslage scheint das sogar ähnlich zu sehen... den Großeltern "steht nach neuerem Recht ein gesetzliches Umgangsrecht zur Seite – wenn der Umgang dem Wohl des Kindes dient. Familienstreitigkeiten sind kein Gegenargument." (Quelle: haufe.de)

BÄM! Da hab ich es schwarz auf weiß. Na toll. Eine gemeine kleine Stimme fragt in meinem Hirn, wieviel Zeit einem denn da bliebe, wenn man sich mit allen verkrachen würde und allen ständig Umgangsrecht gewähren müsse. Dabei habe ich letztens schon zum Papa gesagt, wir brauchen eigentlich keine Freunde mehr, denn so viel Zeit wie wir investieren, frisst das den knappen Freiraum. Dabei liegt es garnicht daran, daß ich großelternophob (ich bin sicher das Wort gibt es, und wenn nicht, sollte es das geben) wäre, nein, ich bin mehr so ein Prinzipienhengst (oder -stute) der eben "aus Prinzip" ein Mitspracherecht am wie, wo und wann haben will und sich nicht immer mit solchen Totschlägerargumenten die Freizeit verbauen lassen will. Wo fängt man denn an und wo hört man auf. Klar, jeder soll eine gute Beziehung zum Kind haben können, das ist ja durchaus dem Kindeswohl zuträglich. Aber wenn man dann kaum mehr Familienzeit hat?

Ich versuch es jedenfalls mal esoterischer anzugehen und lasse der negativen Energie nicht mehr so viel Raum...
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Mittwoch, 28. August 2013

Boah geil, alle ab zum Ikea

Wer kennt es nicht, das allüberragende Ikea... Familienparadies... natürlich haben auch wir die Mitgliedschaft der Ikea Family. Hat das irgendwelche Vorteile? Hm, naja... noch mehr Werbung im Briefkasten und ab und zu Rabatte auf Dinge, die die Welt nicht braucht. Trotzdem ist jeder Trip ein Familienausflug und man hat das Gefühl, in einem schwarzen Loch zu verschwinden und dabei beten zu müssen, daß man noch vor Anbruch der Dunkelheit wieder hinauskommt.

So weit, so gut – und jetzt das ganze auf Reset und ein kleines Baby dazugepackt (ok so klein ist die Terrornudel mit 9 Monaten auch nicht mehr, aber sie neigt mal mehr mal weniger dazu, sich zu verhalten wie ein deutlich kleineres Kind, in diesem Fall betrifft das wohl am ehesten das Getragen werden wollen mit uff 10,6kg). Ich muss sagen, ich bin zeitweise tierisch eifersüchtig auf alle anderen Familien, bei denen das alles so scheinbar lockerleicht klappt. Bei uns ist die Hin“reise“ schonmal ein Unding weil die Terrornudel nur am Kreischen ist (und ich mir mit geschätzten 5kg Spielzeug den Wolf animiere), im Ikea selber muß ich mir den Rücken krummschleppen (noch ne Schleichwerbung, wir haben den Bondolino, denn im Kinderwagen hält Madame es auch nicht aus) und von der Rückfahrt des Grauens reden wir mal garnicht erst.

Beim Mittagessen im Familienbereich, das netterweise noch mit Papierservietten, Hochstühlen und ner Mikrowelle ausgestattet ist (ja man kann vermutlich dort einziehen), sieht man dann auch Kinder allen Alters, die von lächelnden Muttis und stolzen Papis vorzeigbar gefüttert werden oder selber ihre Kötbullar in sich hineinschaufeln... während wir in der dunkelsten Ecke hocken und ein von oben bis unten mit Tomatensoße verschmiertes (mal wieder heulendes und kreischendes, dekorativ mit geblähtem Rotz verziertes) Kleinkind bespaßen und nebenbei selbst versuchen, schnell etwas hinunterzuwürgen... (als Veganer gehen dann auch nur die verkochten Kindernudeln) Ja, macht echt Spaß. Wo war gleich nochmal das Smaland?

Mutti hat auch wieder ihre Multitaskingfähigkeiten ausprobiert; Kind tragen, bespaßen, zwischendurch wickeln, freestyle Stillen aufm Behindertenklo, Vorhänge aussuchen, mit Papi streiten der die Ruhe weg hat und alles durchdiskutieren muss und dabei versuchen noch irgendwie ansatzweise Spaß zu empfinden... Ach ja und ungefähr das doppelte ausgegeben haben wir auch, weils ja alles so günstig ist.
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Samstag, 24. August 2013

Alles auf Anfang

Ein weiterer Block von irgendeiner Mutter, die nichts weiter zu berichten hat als von ihrem neuen Leben... nix neues zu berichten hat... ja, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Ich kann nur eins sagen, das Leben entwickelt sich mit Baby definitiv zu einer Sitcom (wenn auch einer, in der man nie mitspielen wollte). Manche Situationen sind so absurd, so saubescheuert, so strange, dass man sie durchaus mit anderen wiederkäuen möchte. Auch, wenn sie schon zum millionsten Mal auf der Welt passiert sind und es in dem Sinn nichts Weltbewegendes ist... und doch, sobald man selber in der Situation steckt, freut man sich, mit anderen auszutauschen, die dasselbe erlebt haben. Ihr wollt ein Beispiel hören? Naja, stellt euch vor, ihr seid kurz vor dem Geburtstermin und geht mit Vorwehen in die Klinik und die Hebamme wedelt mit eurer Slipeinlage auf dem Flur herum und freut sich wie Bolle "Näää, das is kein Fruchtwasser! Suuuuper, oder?!?" (was es stattdessen ist sei mal dahingestellt)

Die Situation war wirklich ein kleines Leckerli, und auch ein netter Vorgeschmack, wie depersonalisiert und entwürdigt man sich noch so fühlen kann im Geburtsvorgang oder auch danach auf Station. Eine würdige Einleitung für "alles auf Anfang", wenn sich durch die Geburt alles im Leben geändert hat. Und dann eben doch nicht das perfekte Baby da ist, das man durch die Propaganda in den Medien, die überteuerten Ratgeber die man blöderweise vergessen hat zu lesen (ehrlich ich dachte wenn die Geburt rum ist hab ich das Gröbste geschafft - irgendwie blöd ich geb's ja zu) oder im Bekanntenkreis erwartet hat (und man sich hinterher ständig mit dem Satz "alle anderen Mütter lügen doch bestimmt das kann doch nicht klappen)... Oder wenn man wie ein schielendes Kind am ersten Tag im Kindergarten (ihr wisst schon, die auch noch abstehende Ohren und eine Augenklappe haben, nix gegen die aber sie haben's nun mal schwerer als die anderen mit den Hello Kitty T-Shirts und den Barbieschuhen) auf Eigenpropagandatour Freunde sucht im elitären Mütterkreis und ums Verrecken keine findet (vielleicht auch weil's daran liegt daß man keinen Bock hat auf Herdengeblöke) die passen... ja, Mensch, was macht man denn dann? Genau: man schreibt einen (zugegebenermaßen etwas verzweifelten) Blog und hofft so auf amüsanten Austausch. Wer weiß, vielleicht liest das hier ja jemand - ich geb die Hoffnung nicht auf!
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About me

Big J ist Sozialpädagogin, zarte 30 Jahre alt und seit November 2012 Mutter einer terrornudeligen Tochter. Zu allem Überfluss ist sie auch noch tätowiert und steht auf die vegane Lebenweise. Sie lebt mit Partner, besagter Tochter und zwei nutzlosen Katern in Hessen. Irgendwie läuft alles anders als bei anderen Müttern, und deshalb fühlt sie sich berufen, nicht nur in der 3. Person zu schreiben, sondern auch abstruse Erlebnisse in ihrem Blog festzuhalten.

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